Tiroler Förster erfand „Patentchristbaum“

„Mit dem Herannahen der Weihnachtszeit vermehren sich auch die Sorgen der Wächter unserer Wälder. Je mehr sich nämlich die Kalenderblätter zum Jahresende hin abblättern, desto mehr wird an Österreichs teuerstem Volksgut Raubbau betrieben.

Das Weihnachtsfest ist das Fest der Familie und in seinem Mittelpunkt steht der Christbaum als Symbol des Zusammengehörens. In seinem Lichterglanz spiegeln sich erwartungsvolle Kinderaugen, aber auch die Erwachsenen erfreuen sich an der Schönheit eines gutgewachsenen Baumes. So kommt es, dass die Förster jener Zeit, die anderen Leuten Freude bedeutet, bangend entgegensehen. Die Ergiebigkeit eines Normalwaldes steht in keinem Verhältnis zur Marktnachfrage. Ein Hektar Wald mit voller Bestockung hat an die 800 Stämme mit hiebreifem Holz und einhundertjährigem Umtrieb. Der Holzpreis eines Festmeters Nutzholz beträgt 560 S, im Raum Thiersee sogar 600 S. 

Die Bundesforstverwaltung Innsbruck, die über 800 Hektar Wald verfügt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Raubbau an unseren Tannen Einhalt zu gebieten. Der Förster Johann Kluibenschedl (Anm.: 1915 – 1999, aus Völs) aus dem Revier Absam bei Innsbruck hat daher einen Kunstbaum entwickelt, der aus einem künstlichen Rundholzstamm besteht, in dessen Metallösen man Tannenzweige steckt. Der Stamm kann jedes Jahr wiederverwendet werden und das Tannengrün, etwa 24 Zweige, wird aus den Waldungen für nur 3 S geliefert. Dadurch bleibt das eigentliche Nutzholz – die Stämme – dem Staat als Volksgut erhalten.“

Aus: Tiroler Nachrichten, Dienstag 07.12.1954

Unterlagen zum "Patentchristbaum" konnten wir leider keine finden - die KI stellt sich diesen aber in etwa so vor.

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